Abschrift Fernschreiben


Absender: Der SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau

Warschau, den 24. Mai 1943.

Akz.: I ab -St/Gr- 16 07 - Tgb.Nr. 663/43 geh.
Betr.: Ghetto-Großaktion
Bezug: Dort. FS Nr. 946 v. 21.5.43

An den

Höhern SS- und Polizeiführer Ost
SS-Obergruppenführer und General der Polizei
Krüger - o.V.i.A.

Krakau

Obenbezeichnetes Fernschreiben beantworte ich wie folgt:

Zu Ziff. 1

Von dem 56 065 insgesamt erfaßten Juden sind ca. 7 000 im Zuge der Großaktion im ehem. jüd. Wohnbezirk selbst vernichtet. Durch Transport nach T. II wurden 6 929 Juden vernichtet, so daß insges. 13 929 Juden vernichtet wurden. Über die Zahl 56 065 hinaus sind schätzungsweise 5 - 6 000 Juden bei Sprengungen und durch Feuer vernichtet worden.

Zu Ziff. 2

Es wurden 631 Bunker vernichtet.

Zu Ziff. 3 (Beute)

7 poln. Gewehre, 1 urss. Gewehr, 1 deutsches Gewehr, 59 Pistolen versch. Kalibere, mehrere 100 Handgranaten, darunter polnische und selbstgefertigte, einige 100 Brandflaschen, selbstgefertigte Sprengkörper, Höllenmaschinen mit Zündkabel.

Große Mangen Sprengstoffe, Munition für Waffen aller Kaliber, darunter auch MG-Munition.

Bei der Beute an Waffen ist zu berücksichtigen, daß die Waffen selbst in den meisten Fällen nicht erfaßt werden konnten, weil sie von den Banditen und Juden in nicht festzustellende oder auffindbare Verstecke und Löcher vor Gefangannahme weggeworfen wurden. Die Erfessung war auch wegen der Vernebelung der Bunker durch unsere Männer unmöglich. Da die Sprengung der Bunker sofort vorgenommen werden mußte, kam eine spätere Erfassung nicht in Betracht.

Die erbeuteten Handgranaten, die Sprengmunition und die Brandflaschen fanden bei Bekämpfung der Banditen durch uns sofort wieder Verwendung.

b.w.