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Die auch unterhalb der Gefrierpunktstemperatur verhältnismäßig günstige Verdunstungsgeschwindigkeit findet ohne weiteres eine Erklärung in dem bei diesen Temperaturen herrschenden Dampfdruck, der bei -28° C immer noch rund 50 mm beträgt. Das Diagramm in Abb. 2 verdeutlicht die Abhängingkeit des Dampfdruckes der Blausäuretemperatur oberhalb und unterhalb ihres Gefrierpunktes.

Abb. 2. Diagramm.
**) nach G. Bredig und L. Teichmann. Z.S. Elch 31, 449; 1925.

Zusammenfassung.

Als Ergebnis der Untersuchungen darf als bewiesen gelten, daß aufgesaugte Blausäure noch bei erheblich tieferen Temperaturen als oberhalb ihres Gefrierpunktes genügend rasch zur Verdampfung gebracht werden kann, um die für Entwesungsarbeiten erforderlichen Gasstärken innerhalb der üblichen Einwirkungszeiten zu erzielen. Die Gasabgabe wird bei tiefen Temperaturen zwar erheblich verlangsamt; aber noch bei -20° C wird innerhalb 3 Stunden mehr als die Hälfte der Blausäure freigegeben. Die restlose Verdunstung erfolgt bei dieser Temperatur etwa innerhalb 7-8 Stunden, wenn sie nicht durch übermäßige Feuchtigkeit bzw. Schneebildung an der Verdunstungsfläche besonders stark hinausgezögert wird. Bei entsprechender Verlängerung der Einwirkungszeit ist eine erfolgreiche Durchgasung mit Blausäure unter diesen Umständen technisch nicht behindert. Über die biologische Wirkung der Blausäure bei tiefen Temperaturen wurde bereits berichtet.