Die Kontroverse um Fritjof Meyers Artikel in "Osteuropa"


Note to English readers

In May 2002, German journalist Fritjof Meyer published an article in the journal Osteuropa concerning the number of victims in Auschwitz. Mr. Meyer concluded that "a half million people were murdered [in Auschwitz], of which 350,000 by gas". This number is significantly lower than previous estimates and its publication caused some controversy. THHP contributor Albrecht Kolthoff jumped into the fray and the two of them had a spirited exchange that appeared on the now defunct website IDGR.

The Holocaust History Project thinks that this exchange should be of great interest to our readers, so it reproduces it below. The articles were originally written in German. Translations by THHP member Roberto Muehlenkamp will now appear gradually. We are indebted to Mr Muehlenkamp for these translations.

The Holocaust History Project thanks Mr. Meyer and Mr. Kolthoff for their very gracious permission to reproduce these articles.

Mr Meyer's current position is that "the Osteuropa article is outdated in several irrelevant points, but the central theses endure".


Im Mai 2002 erschien in der deutschen Fachzeitschrift "Osteuropa" ein Artikel von Fritjof Meyer, der den Anspruch erhob, einen wesentlichen Beitrag zur Ermittlung der Opferzahlen von Auschwitz zu leisten; die entsprechende Diskussion habe in den vergangenen Jahren "bislang zu keinem Resultat geführt". Meyer, der bisher nicht durch Veröffentlichungen zum Holocaust oder Auschwitz bekannt war, kam zu dem Ergebnis, dass in Auschwitz "eine halbe Million Menschen ermordet wurden, davon etwa 356 000 im Gas".

Aufmerksamkeit und Zustimmung fand der Artikel des Leitenden Redakteurs beim "Spiegel" zunächst vor allem bei Rechtsextremen, die eine Chance zur Minimierung des vom Nationalsozialismus geplanten, organisierten und begangenen Völkermordes an den europäischen Juden witterten. Abgesehen von einem kritischen Artikel in der "WELT" fanden Meyers Thesen in der Öffentlichkeit keine Resonanz.

Mit einem Artikel (der zunächst auf Polnisch und in englischer Übersetzung erschien) von Franciszek Piper, dem Leiter des Auschwitz-Museums, wurden die Thesen Meyers erstmals auf fachwissenschaftlicher Grundlage widerlegt. Albrecht Kolthoff, Autor des ehemaligen IDGR und Mitglied des "THHP", setzte sich ebenfalls mit dem Meyer-Artikel auseinander. Fritjof Meyer verfasste wiederum auf den Piper-Artikel eine Replik, in der er seine Thesen bekräftigte und zu vertiefen suchte. Danach erschien eine deutsche Übersetzung des Piper-Artikels.

Das Holocaust History Projekt dokumentiert die Auseinandersetzung mit den vollständigen Texten, die mit Genehmigung der Autoren veröffentlicht werden.

Fritjof Meyer meint heute, daß "der 'Osteuropa'-Artikel in manchen, nicht relevanten Punkten überholt [ist], wenn auch die zentralen Thesen Bestand haben".


Die Kontroverse um Fritjof Meyers Artikel in "Osteuropa"

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